Einkommensrunde 2012: Frauen stärken – Starke Löhne!
Wildfeuer: „Frauen müssen angemessen bezahlt werden!“

Protest Helene Wildfeuer (Mitte) beim Protest in Nürnberg
Zur Bilderschau: Protest in Nürnberg
Bild: Friedhelm Windmüller

„Frauen stärken für einen starken öffentlichen Dienst!“ Mit diesen Worten hat Helene Wildfeuer, Vorsitzende der dbb bundesfrauenvertretung, am 28. Februar 2012 in Nürnberg anlässlich der dbb Truck-Tour um mehr Verständnis für weibliche Beschäftigte im öffentlichen Dienst geworben. Die Tour ist Teil der Kampagne „Starkes Land – faire Löhne!“, mit der der dbb die Bevölkerung im Vorfeld der Tarifverhandlungen über die Arbeit im öffentlichen Dienst informiert.

„Mehr als die Hälfte der Beschäftigten in den Verwaltungen sind Frauen. Sie tragen die Hauptlast der Verantwortung in Schulen, Kinderbetreuungseinrichtungen und im Gesundheits- und Pflegesektor. Über ihre Zukunft und ihre Löhne müssen wir uns Gedanken machen“, sagte Wildfeuer. Dazu sei es nötig, Geld in die Hand zu nehmen und die strukturellen Defizite auszugleichen. „Frauen verdienen auch im öffentlichen Dienst weniger als ihre männlichen Kollegen: Vor allem, weil sie in Berufen arbeiten, die schlechter eingruppiert sind als solche, die hauptsächlich von Männern ausgeführt werden. Aber auch, weil Frauen noch immer häufiger und länger pausieren, um Kinder zu erziehen oder Angehörige zu pflegen. Allein in den Berufen im Bereich Erziehung und Unterricht beträgt der Verdienstunterschied 21 Prozent.“

Deshalb forderte Wildfeuer jetzt, die enorme Leistung von in den Kommunen und der Bundesverwaltung beschäftigten Frauen angemessen zu bezahlen und stärker in den arbeitspolitischen Fokus zu rücken. „Der Berufsalltag im öffentlichen Dienst muss für weibliche Lebensläufe diskriminierungsfrei gestaltet werden. Das heißt, wir müssen über flexiblere Arbeitszeiten und Orte nachdenken, müssen Betreuungsengpässe schließen und Führungspositionen auch in Teilzeit ermöglichen. Die Vereinbarkeit von Familie und Beruf muss am Arbeitsplatz „öffentlicher Dienst“ zur Selbstverständlichkeit für Mütter aber auch für Väter werden”, so die Vorsitzende.

Tarifforderungen

Die Tarifverhandlungen für die Beschäftigten des öffentlichen Dienstes von Bund und Kommunen beginnen am 1. März 2012 in Potsdam. Der dbb fordert eine lineare Erhöhung der Tabellenentgelte um 6,5 Prozent, jedoch mindestens 200 Euro mehr für die rund zwei Millionen Beschäftigten. Auszubildende sollen übernommen und ihre Vergütung um 100 Euro angehoben werden.

Weitere Informationen zur Einkommensrunde, zur Kampagne „Starkes Land – faire Löhne!“ und der Truck-Tour finden Sie auf der dbb Sonderseite.