Benra: Öffentlicher Dienst braucht vorausschauende Personalentwicklung

Der öffentliche Dienst braucht eine vorausschauende Personalpolitik, um künftigen Anforderungen gewachsen zu sein. Darauf hat der Fachvorstand Beamtenpolitik und stellvertretende Bundesvorsitzende des dbb, Hans-Ulrich Benra, hingewiesen.

„Sowohl der private als auch der öffentliche Sektor stehen vor weitreichenden Herausforderungen: den Konsequenzen einer sich zahlenmäßig vermindernden und stark alternden Bevölkerung einerseits und einem schon länger anhaltenden Wandel der Arbeitsstrukturen durch Digitalisierung, dezentrale Arbeitsformen, Nutzung von Informationsnetzen andererseits“, schreibt Benra in einem Gastbeitrag für das Kundenmagazin „WellenLänge“ (Ausgabe 1/2013) von Vivento, dem zentralen Personal- und Servicedienstleister der Deutschen Telekom AG.

„Gebraucht werden moderne und familienfreundliche Arbeitsformen sowie präventiver Gesundheitsschutz einschließlich einer flexibilisierten Arbeitszeit“, so Benra weiter. „Potenziale der vorhandenen Beschäftigten werden noch viel zu wenig genutzt. So spiegelt sich der Anteil von Frauen an den Berufsanfängern nicht in der Verteilung der späteren Führungsfunktionen wider. Zentraler Punkt ist für uns auch eine umfassende Weiterbildungskultur. Das erfordert die Bereitschaft jedes Einzelnen, aber ebenso müssen Dienstherren und Arbeitgeber ein geeignetes Umfeld schaffen. Denn heute geht es auch um Fortbildungen am Arbeitsplatz, in Online-Form, um selbstgesteuertes informelles Lernen. Das ist angesichts des Tagesgeschäfts oft schwierig. Wie Betriebe und Behörden Veränderungen aufnehmen, ist auch eine Führungsfrage. In Zeiten des demografischen Wandels muss der Personalbedarf trennscharf analysiert und dabei die spezifische Altersstruktur in den Behörden berücksichtigt werden. Notwendig ist daher eine vorausschauende Personalentwicklung. Und ältere Beschäftigte müssen ihre Kenntnisse rechtzeitig an den Nachwuchs weiterreichen können.“