Diskussion über Migrantenquote
dbb fordert qualifizierte Integrationsstrategie für öffentlichen Dienst

Der dbb fordert eine qualifizierte Integrationsstrategie für den öffentlichen Dienst. „Eine starre Migrantenquote, wie sie aktuell diskutiert wird, würde dem verfassungsrechtlich verankerten Grundsatz, dass öffentliche Ämter nur bei entsprechender Eignung, Befähigung und Leistung übernommen werden dürfen, nicht gerecht“, sagte der dbb Bundesvorsitzende Klaus Dauderstädt dem Mitteldeutschen Rundfunk (mdr-info) in Dresden. Gleichwohl sei unstrittig, dass die Sichtbarkeit von Menschen mit anderen kulturellen Hintergründen in der öffentlichen Verwaltung erhöht werden müsse, so Dauderstädt.

„Gerade dort, wo der Staat über seine Beschäftigten unmittelbar mit Bürgerinnen und Bürgern in Kontakt tritt, ist es sinnvoll, den Anteil der Bediensteten mit Migrationshintergrund angemessen zu erhöhen“, sagte der dbb Chef und nannte als Beispiele neben der Kommunalverwaltung den Sicherheits- und Bildungssektor, den öffentlichen Gesundheitsdienst und die Sozialverwaltung. „Aus unserer Sicht ist es ein Qualitätsmerkmal des öffentlichen Dienstes, dass sich die Gesellschaft, der er tagtäglich gegenübertritt, in ihm wiederfindet“, betonte Dauderstädt. „Wenn wir dieses Qualitätsmerkmal der interkulturellen Kompetenz ausgestalten und erhalten wollen, brauchen wir eine qualifizierte Integrationsstrategie für Verwaltungen und Behörden.“

Personellen Handlungsbedarf im Zusammenhang mit Migranten sieht der dbb Bundesvorsitzende zudem vor dem Hintergrund des demografischen Wandels: „Wir müssen im öffentlichen Dienst in den kommenden Jahren mehr als 700.000 Stellen neu besetzen, schon jetzt fehlen insbesondere in technischen Schlüsselbereichen massiv Fachkräfte. Wer in einer solchen Situation nicht alle zur Verfügung stehenden personellen Ressourcen prüft und versucht zu erschließen, setzt die Funktionsfähigkeit des öffentlichen Dienstes aufs Spiel“, sagte Dauderstädt und sicherte Politik und Personalverantwortlichen die nachhaltige Unterstützung des gewerkschaftlichen Dachverbandes bei der Entwicklung entsprechender Integrationskonzepte zu.