VBOB befürchtet Erosion der Bundesverwaltung durch Überalterung der Beschäftigten – Moderner Bundesdienst braucht radikalen Kurswechsel

VBOB befürchtet Erosion der Bundesverwaltung durch Überalterung der Beschäftigten – Moderner Bundesdienst braucht radikalen Kurswechsel – Staatssekretärin Cornelia Rogall-Grothe vertritt Bundesinnenminister Thomas de Maizière auf dem Bundesvertretertag in Potsdam: Leitantrag, Vorstandswahlen, 220 Sachanträge – Hartwig Schmitt-Königsberg kandidiert erneut

Auf seinem Bundesvertretertag in Potsdam will sich der Verband der Beschäftigten der obersten und oberen Bundesbehörden (VBOB) der drohenden Erosion durch Überalterung in der Beschäftigtenstruktur der Bundesverwaltung widersetzen. Um die sich andeutende scharfe Personalkrise zu verhindern, müssten die öffentlich-rechtlichen Arbeitgeber umsteuern, moderne Beschäftigungsstrukturen schaffen und für talentierten Nachwuchs attraktiv werden. Dieses inhaltliche Ziel steht im Mittelpunkt der Diskussionen und der Anträge auf dem Bundesvertretertag des VBOB, der am 22. Mai (Arbeitstagung/Wahlen) und 23. Mai 2014 (politische Veranstaltung) im Kongresshotel Potsdam stattfindet, wie Bundesvorsitzender Hartwig Schmitt-Königsberg mitteilt.

Der unter dem Dach des dbb (beamtenbund und tarifunion) organisierte Verband, vertritt die gewerkschaftlichen Interessen für die rund 335.000 (ohne Soldatinnen und Soldaten) im unmittelbaren Bundesdienst arbeitenden Beschäftigten (Beamte und Tarifangestellte). Er wird unter dem Leitwort „Jung und Alt – Vielfalt als Chance. Jetzt!“ Wege und Strategien diskutieren, die einen leistungsfähigen Bundesdienst in den kommenden Jahrzehnten garantieren. Bundesvorsitzender Hartwig Schmitt-Königsberg: „Der Bundesdienst muss der Rolle Deutschlands in der Staatengemeinschaft und der zunehmenden Internationalisierung der Politik gerecht bleiben können. Dies ist mit den Instrumenten von Gestern, dem anhaltenden Sparkurs, den Risiken durch die demographischen Entwicklung und dem Irrglauben, eine zukunftsgerichtete Gestaltung des Bundesdienstes in personeller, struktureller und technischer Hinsicht könne kostenneutral erfolgen nicht möglich.“ Zwei Jahrzehnte seit der Wiedervereinigung, so Schmitt-Königsberg, habe der Staat von der Substanz gelebt.

Der Stellenbestand (ohne Soldatinnen und Soldaten) sei vom einigungsbedingten Höchststand von 381.000 Planstellen im Jahr 1992 um 129.000 (minus 30 Prozent) auf 252.000 Planstellen im Jahr 2012 bei anhaltender Minustendenz gesunken. Damit sei das Gestaltungs- und Leistungsvermögen der Bundesverwaltung für Gegenwart und Zukunft nicht zu sichern.

Staatssekretärin Rogall-Grothe spricht auf der politischen Veranstaltung des VBOB

Diese Fragen werden auf der politischen Veranstaltung des Bundesvertretertages am Freitag, 23. Mai, ab 9.30 Uhr u.a. mit Staatssekretärin Cornelia Rogall-Grothe, die Bundesinnenminister Dr. Thomas de Maizière vertritt, sowie mit Abgeordneten der vier Bundestagsfraktionen erörtert. Daneben wird auch der dbb Bundesvorsitzender Klaus Dauderstädt sprechen. Auf dem Podium diskutieren die Bundestagsabgeordneten Armin Schuster (CDU/CSU), Michael Hartmann (SPD), Frank Tempel (Die Linke) und Irene Mihalic (Bündnis 90/Die Grünen) die Lage des öffentlichen Dienstes in der Bundesverwaltung.

Für die gastgebende Stadt begrüßt in Vertretung des Oberbürgermeisters seine Beigeordnete Frau Elona Müller-Preinesberger die Gäste, die aus ganz Deutschland nach Potsdam reisen werden.

Der VBOB organisiert über 10.000 Mitglieder in den Bundesministerien, deren in der Bundeshauptstadt Berlin, in der Bundesstadt Bonn und in den Bundesländern angesiedelten Geschäftsbereichsbehörden und in den Verwaltungen von Bundestag, Bundesrat, Bundeskanzleramt und Bundespräsidialamt sowie in den deutschen diplomatischen Vertretungen. Der Verband hat seinen Sitz in Bonn. Rund 170 Delegierten stimmen auf dem Bundesvertretertag, der mit der Arbeitstagung am 22. Mai, beginnt, über 220 Anträge ab und wählen den neuen Bundesvorstand. Bundesvorsitzender Hartwig Schmitt-Königsberg, der den Verband seit 2012 führt, kandidiert erneut für das Amt des Vorsitzenden.