VBOB begrüßt Einführung des Bundesfreiwilligendienstes

Der Deutsche Bundestag hat das Gesetz zur Einführung des Bundesfreiwilligendienstes verabschiedet. Es soll zum 1. Juli 2011 starten und den derzeitigen Zivildienst ersetzen, nachdem die Aussetzung der Wehrpflicht auch zur Aussetzung des Zivildienstes führt.

Seit einigen Monaten bereits arbeiten die Kolleginnen und Kollegen aus den verschiedenen Arbeitsbereichen des Bundesamtes für den Zivildienst intensiv zusammen, um Ihrerseits die administrativen, organisatorischen und datentechnischen Voraussetzungen für einen erfolgreichen Start des Bundesfreiwilligendienstes zu schaffen. Der VBOB begrüßt, dass diese wertvolle Arbeit künftig in dem Bundesamt für Familie und zivilgesellschaftliche Aufgaben fortgesetzt wird. Denn wir brauchen dieses Amt in Deutschland. „Das ist ein richtiger Schritt in die richtige Richtung, um unverzichtbare zivilgesellschaftliche Aufgaben von unstreitig hohem Stellenwert in Deutschland durch eine kompetente Behörde koordinieren, unterstützen und begleiten zu können“, erklärte der Bundesvorsitzende Benra.

Anfang März 2011 leisteten noch ca. 45.000 Zivildienstleistende ihren Dienst. Ihre Zahl nimmt Monat für Monat kontinuierlich ab, weil ab dem 01.07.2011 keine neuen Einberufungen mehr erfolgen. Zum 31.12.2011 werden dann die letzten Zivildienstleistenden aus dem Zivildienst bzw. dem freiwilligen zusätzlichen Zivildienst ausscheiden.

Der VBOB ist positiv überrascht, dass etwa die Hälfte aller Zivildienstleistende von der Verlängerungsoption auf neun Monate Gebrauch gemacht haben und darüber hinaus viele im Anschluss noch die Option auf den freiwilligen zusätzlichen Zivildienst in Anspruch nehmen, um den Dienst an der Gemeinschaft weiter zu verlängern. Der Wille zum freiwilligen Engagement scheint also vorhanden zu sein; nun gilt es diese Bereitschaft weiter zu erhalten und zu fördern.

Für den neuen Bundesfreiwilligendienst, der im Juli 2011 an den Start geht und maximal 24 Monate Dienstdauer umfasst, sollen jährlich 35.000 Bürgerinnen und Bürger geworben werden. Anders als der Zivildienst soll er Männern und Frauen jeden Alters offen stehen und grundsätzlich in Vollzeit geleistet werden. Sofern die Freiwilligen älter als 27 Jahre sind, ist auch Teilzeit von mehr als 20 Wochenstunden möglich.

Die Einsatzbereiche sollen neben den bisherigen (aus dem Zivildienst bekannten) auf Sport, Integration, Kultur und Bildung und den Zivil- und Katastrophenschutz erweitert werden. Die bisherigen Einsatzstellen des Zivildienstes werden automatisch Einsatzstelle im Bundesfreiwilligendienst. Sie müssen sich nur einer Zentralstelle anschließen und - als wichtige zukünftige Aufgabe - um Freiwillige werben.

Der Bundesfreiwilligendienst wird ebenso wie der Zivildienst keine regulären Arbeitsplätze kosten, sondern allein unterstützende Tätigkeiten beinhalten.