70 Jahre vbob – Gewerkschaft Bundesbeschäftigte - Veranstaltungsreihe im Jubiläumsjahr 2021

Wer die Wahl hat, hat die Qual? Die Programme der Parteien zur Bundestagswahl

Am 03.08.2021 fand im Rahmen der Veranstaltungsreihe zum Jubiläum 70 Jahre vbob die Veranstaltung „Die Programme der Parteien zur Bundestagswahl“ statt. Bundesvorsitzender Frank Gehlen und die drei stellvertretenden Bundesvorsitzenden Claudia Goeke, Sascha Titze und Hans-Georg Schiffer hatten zur Vorbereitung der Veranstaltung die Wahlprogramme der im Deutschen Bundestag vertretenen Parteien auf…

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Wettbewerb für unsere Mitglieder!

Wenn wir an die vergangene Zeit denken, fällt uns sicher sofort vieles ein, was uns dort begleitet hat. Egal ob es die legendäre Musik von Interpreten wie Johnny Cash, Queen oder den Rolling Stones oder Filmklassiker wie „Das Imperium schlägt zurück“ und die Stirb Langsam Reihe ist. Der ein oder andere wird jedoch auch Erinnerungen haben, die im Zusammenhang mit dem vbob stehen. Deswegen haben wir im Bundesvorstand beschlossen einen Wettbewerb für unsere Mitglieder zu starten. Sie haben ab dem 21.06.2021 70 Tage Zeit (einschließlich des 29.08.2021) uns auf möglichst kreative Art zum Geburtstag zu gratulieren und uns zum Beispiel an Ihren Erinnerungen teilhaben zu lassen. Dazu senden Sie eine E-Mail mit dem Foto oder dem Kurzvideo an jubilaeum(at)vbob.de. Danach wird der Bundesvorstand die besten drei Einsendungen auswählen und Gewinne in Höhe von insgesamt 700€ ausschütten. Dabei ist es egal ob es eine Einzelleistung oder eine Gruppenleistung ist.

Alle Einsendungen werden im Nachgang natürlich auf unserer Webseite veröffentlicht, damit möglichst alle Mitglieder in den Genuss Ihrer Kreativität kommen.

 

Wir feiern Geburtstag!

Wenn Sie sich die Slideshow bereits angesehen haben, die F5-Taste drücken oder das Cache leeren, damit die aktualisierte Variante angezeigt wird. Die Slideshow wird jeweils nach Eingang neuer Fotos erweitert. Stand: 04.08.2021

Ein kurzer Abriss der Geschichte des vbob – Gewerkschaft Bundesbeschäftigte

Vor 70 Jahren wurde von Beamten aus dem Bundesinnenministerium in Bonn der „Verband der Beamten der Obersten Bundesbehörden“ gegründet. Hintergrund war die Erkenntnis der Beamten des BMI, dass eine Fachvertretung für die Interessen der Beamtenschaft dringend erforderlich sei. 1951, zwei Jahre nachdem das Grundgesetz in Bonn verabschiedet wurde, deutete sich der Entwurf des Beamtengesetzes und eine damit verbundene strittige Diskussion mit der Bundesregierung an.

Zu den ersten Mitgliederversammlungen in Bonn wurden die BMI-ler noch mit LKWs der Zollschule von Graurheindorf nach Duisdorf gefahren. Dr. Lehr, der damalige Bundesinnenminister, besuchte die vbob-Versammlungen regelmäßig und als im Oktober 1951 die erste Ausgabe der Mitgliederzeitung „Der Bonner Bundesbeamte“ erschien, war es der Bundesinnenminister, der das Grußwort verfasste (s. Foto).

Der erste Bundesvorstand kümmerte sich neben der bis heute gültigen Organisation in Fachgruppen auch um die Absicherung seiner Mitglieder. Er schloss mit der debeka innerhalb des ersten Jahres einen Vertrag über eine Sterbegeldversicherung für die Mitglieder. Die Gemeinsamkeit aller Beschäftigter der Bonner Ministerien wurde durch die Gründung eines Orchesters der Bonner Bundesbediensteten unterstützt, welches auf den öffentlichen Kundgebungen des vbob aufspielte.

Bemerkenswert auch die Forderungen des vbob anlässlich einer öffentlichen Kundgebung am 14. Juli 1952 zur seinerzeit bevorstehenden Besoldungsreform:

  • Die Bezahlung eines Beamten soll sich vor allem nach seiner Leistung richten
  • Es muss gewährleistet sein, dass der junge Beamte schnell in seinem Gehalt steigt und möglichst früh sein Endgehalt erreicht
  • Das Besoldungsdienstalter darf sich bei einer Beförderung nicht mehr verschlechtern

1957 verfügte der vbob bereits über Fachgruppen in 45 Bundesbehörden. 1959 erhält der vbob einen Sitz im Bundesvorstand des Deutschen Beamtenbundes. 1960 wird die Mitgliederzeitschrift in „Die Bundesverwaltung“ umbenannt, die Mitglieder erhalten im Beitrag enthalten einen Unfallversicherungsschutz. Kritik ist bereits in den 60-er Jahren Thema. Den Vorwurf, die Ministerialbeamtenschaft übe Macht aus und verhindere Lösungen konterte der DBB-Bundesvorsitzende 1968 auf der vbob Mitgliederversammlung so: „Fast alle Reformvorschläge scheiterten nicht an Ministerialbeamten, sondern an den nicht entscheidungsbereiten oder entscheidungsunfähigen politischen Spitzen, d.h. den Ministern“. Der Forderungskatalog beinhaltet die Verbesserung der Stellenkegel bei den Bundesoberbehörden und wissenschaftlichen Anstalten.

1974 die Erweiterung der Vertretung des vbob auf alle Beschäftigten der Bundesverwaltung und die Verabschiedung des Bundespersonalvertretungsgesetzes, 1989 die Umbenennung in Verband der Beschäftigten der obersten und oberen Bundesbehörden, die Wiedervereinigung und die Vertretung der neu hinzugekommenen Kolleginnen und Kollegen der Verwaltung der ehemaligen DDR. Der Umzugsbeschluss und die erneute Verlegung von Behörden innerhalb Deutschlands sowie die Debatte darum bis heute. 1993 sucht der vbob das Gespräch im BMI mit Staatssekretär Kroppenstedt zu Fragen der Verbeamtung von Mitarbeitern aus den neuen Bundesländern und der Bezahlungsfrage Ost-West.

Die Berichterstattung in den Medien sowie Fernsehdiskussionen zum Thema „Luxus-Umzug Bonn-Berlin-Selbstbediener Beamte – brauchen wir Beamte“, immer wenn es um bundesspezifische Fragen geht, ist der vbob gefragter und kompetenter Partner.

Im Vorfeld des Gesetzgebungsverfahrens zum dienstrechtlichen Begleitgesetz hatte der vbob sich in die Ausgestaltung des Vorhabens intensiv eingebracht. Die zum Gesetz aufgelegte Informationsbroschüre mit allen umzugsrelevanten Regelungen war bei der Erstauflage mit 30.000 Exemplaren schnell vergriffen.

In der Tarifauseinandersetzung 1992 nimmt der vbob erstmalig an einem Arbeitskampf teil. Schwerpunkt ist das Kraftfahrt-Bundesamt in Flensburg. Der vbob beweist, dass er eine schlagkräftige Gewerkschaft ist.

Auf die Äußerung der Vizepräsidentin des Deutschen Bundestages, Dr. Antje Vollmer, MdB: „Für mich sind Bürokraten der Feudaladel der heutigen Zeit und haben die Tendenz, von der Gesellschaft zu schmarotzen“ schrieb der vbob-Bundesvorsitzende Kurt Kleff ein Protestschreiben, welches in der Antwort eine indirekte Distanzierung von der getroffenen Aussage beinhaltete.

Im Sommer 1997 wendet sich der vbob gegen die vom Haushaltsausschuss des Deutschen Bundestages geforderte Abschaffung der Ministerialzulage. In Schreiben an die Mitglieder des Haushalts- wie des Innenausschusses, alle Bundesminister sowie den DBB Tarifunion mit eingehender Begründung der vbob-Position wurde gegen die Abschaffung argumentiert und protestiert. Eine Unterschriftenaktion mit über 10.000 gesammelten Unterschriften wurde dem Vorsitzenden des Haushaltsausschusses Helmut Wieczorek, MdB übergeben. Es kam nicht zur Streichung dieser Zulage.

Auf seinem Weg bis heute hat sich der vbob ständig weiterentwickelt. Die Verbindungen zu den Bundesministerien und den nachgeordneten Behörden, den Ministerinnen, Ministern, Präsidenten und Präsidentinnen ist über diese Zeit stabil geblieben.

Manche Themen aus vorgenanntem Kurzdurchlauf der Geschichte des vbob werden Ihnen bekannt vorkommen. Im Jubiläumsjahr 2021 wird der Deutsche Bundestag neu gewählt. Wieder ist den Verlautbarungen der politischen Parteien zu entnehmen, dass der öffentliche Dienst und seine Beschäftigten sich einer grundlegenden Erneuerung stellen müssen. Ich wandele das Zitat des DBB-Vorsitzenden 1968 ein wenig um: Reformen scheitern auch heute nicht an den Beschäftigten der Bundesverwaltung. Diese haben jedoch ein Anrecht auf Seriosität und Sachlichkeit bei den Vorschlägen dazu und den Anspruch, dabei gut vertreten zu sein.

Der Slogan des vbob lautet „Nähe ist unsere Stärke“, dies gilt auch für die bevorstehenden Diskussionen mit den demokratischen Parteien zur Bundestagswahl und der nächsten Bundesregierung. Wie in den letzten 70 Jahren auch, so stehen wir auch in Zukunft für die Interessen der Beschäftigten der Bundesverwaltung.